Marketing Tipp für Autoren – Social Media

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Ich beobachte die sozialen Kanäle wie Facebook, Twitter, Google+ genau – auch für das Marketing für jene Künstler, die bei mir veröffentlichen.

Es ist mir ein Gräuel, wenn ich sehe, wie oft Werke von engagierten Autoren hier in diversen Gruppen gespammt werden. Das Buch selbst verliert so für mich an Individualität. Ein Link selbst nutzt nichts. Warum sollte ich darauf klicken? Der Autor verliert seine Mystifikation als Erschaffer eines nachhaltigen Werkes. Es wird alles beliebig und belanglos. Ich kriege das Kotzen, wenn Verleger diesen Weg gehen. Das wirkt auf mich unprofessionell, hilflos und peinlich.

Vor einigen Jahren habe ich mal in einem Einzelhandelsprojekt für ein mittelständisches Unternehmen gearbeitet. Das Geschäftskonzept nannte sich aktiver Verkauf. Sobald eine Kundin in den Laden gekommen ist, hat man sie begrüßt und dann aktiv über die Ware angesprochen.

Wenn ich jetzt ständig mit Links über Bücher Gott und die Welt bespamme – was tue ich dann eigentlich, wenn wir dieses Beispiel auf das genannte Projekt übertragen?

Eine Kundin betritt den Laden und ich werfe ihr Kleidungsstücke vor die Füße. Ich kenne die Kundin nicht. Hab mir noch keinen Überblick verschafft. Was passiert? Höchstwahrscheinlich wird sie meinen Laden genervt verlassen.

Alle Käufe werden aus einer Emotion heraus getätigt. Es geht nicht um den Artikel selbst, in dem Fall ein Buch, sondern um den Stimulus, der damit verbunden wird.

Mit welchen Emotionen geht man nun in die sozialen Netzwerke?

Austausch
Aufmerksamkeit
Einsamkeit
Selbstdarstellung
Kontakt mit Freunden
Kontakt mit Menschen
Sammeln von Informationen
Die Auflistung ist nicht vollständig, gibt aber einen Ansatzpunkt zu weiteren Überlegungen.

Die Kundin muss hier das Gefühl haben, eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen. Wenn ich mein Buch wie Sauerbier anbiete, dann ist es nichts Besonderes mehr. Es wird beliebig und austauschbar, da dies von fast jedem so gehandhabt wird.

Welche Möglichkeiten hat man denn dann überhaupt? Ich beschränke mich in diesem Artikel auf Ebooks. Man benötigt eine sogenannte Fanbase. Menschen die, die Bücher von einem lesen und das Genre präferieren. Das geht nur durch harte und lange Arbeit. Es ist nicht damit getan ein paar Glückstreffer durch ein paar Gruppen in den sozialen Netzwerken zu erreichen. Wie sollte man seinen Erfolg so langfristig messen oder gar reproduzieren?

Einige Autoren sind hier sehr geschickt. Schon früh haben diese erkannt, wie wichtig eine eigene Fanbase ist. Dieser Zug ist nun für viele von uns erst mal abgefahren. Die Stammplätze sind belegt. Es würde hier viel zu lange dauern sich seine Sporen zu verdienen, um auch nur annährend in den Dunstkreis dieser inzwischen bereits etablierten Autoren zu kommen.

Merke:

Gesponserte Werbung – hier nicht einfach nur ein Link – sondern einen Teaser, welcher auf das Produkt aufmerksam macht. Die Investitionskosten sind hier anfänglich wesentlich höher, als das was dabei herumkommt. Es geht um Sichtbarkeit in den relevanten Verkaufsrängen. Erste Berührungspunkte mit Lesern. Werk zwei und drei haben dann eine Chance die Investitionskosten wieder hereinzuholen.

Das ist ein gangbarer Weg, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Glück gehört wie immer auch dazu – Bestseller kann man nicht planen, egal mit welchem Budget. Man kann nur für Sichtbarkeit sorgen. Das Werk muss halten, was es verspricht, sonst versandet die Visibilität im Nirvana des Internets.

Und wenn man kein Budget hat?

Dann lass es, wenn du noch einen Brotjob hast. Die Zeit, die du fürs Marketing benötigst, geht weit über einen normalen Arbeitstag hinaus. Woher solltest du die Zeit nehmen?

Aber es gibt doch manchmal Autoren, die es trotzdem schaffen. Daran orientiere ich mich!

Es gibt auch immer wieder Menschen, die im Lotto gewinnen. Es wäre vermessen, seine berufliche Zukunft daran zu orientieren.

Aber du hoffst doch selbst erfolgreich zu sein, Melanie. Warum geht das bei dir und bei anderen Menschen nicht?

Das sage ich doch gar nicht. Ich hätte den Verlag gerne schon vor 5 Jahren gehabt. Da ging es bei mir nicht. Also habe ich abgewartet. Wann der richtige Zeitpunkt für irgendwas da ist, liegt nicht immer im eigenen Ermessen. Es nervte mich selbst, dass ich so lange warten musste.
Und wie läuft das mit dem Marketing jetzt konkret ab?

Wenn du es selbst machen möchtest, egal welche Gründe dahinter stecken. Dann hör auf, Menschen in Gruppen vollzuspammen.

Nimm dein Werk als etwas besonderes wahr und behandle es auch so. Keine Frau gibt sich jedem Mann hin, sie überlegt und verifiziert, und zwar nach Gefühl und Nachhaltigkeit. Mache das mit den Büchern genauso. Gegen eine Vorstellung in Gruppen ist nichts einzuwenden, solange dies nicht überhand nimmt. Mehr kannst du als Ansatzpunkt nicht tun.

Ich nehme aber auch viele kreative Ideen in den sozialen Netzwerken wahr. Da wird der Leser direkt mit in die Entstehungsgeschichte des Buches genommen. Ein ganz toller und vernünftiger Ansatz, der ganz ohne Spammerei auskommt und trotzdem wirkt.

Hieran würde ich mich orientieren. Schau dir erfolgreiche Autoren an. Was machen die anders? Versuche hierbei aber auch immer daran zu denken, dass du noch nicht erfolgreich bist. Wenn man es einmal geschafft hat Fürsprecher für sich zu generieren, dann ist das ein erster wichtiger Ansatzpunkt, den man mit Geld nicht bezahlen kann. Ein echter Fan liest nämlich auch … 🙂

Herzliche Grüße

Melanie

BWL und echte Zahlen – Teil II

Mein Steuerberater und ich hatten haben uns die letzten Tage zusammengesetzt und einen betriebswirtschaftlichen Strukturplan für den Verlag erstellt. Steuerberater hatte sich hier von Kollegen Hinweise für andere Verlage mit wenigen Publikationen geben lassen. Diese sind zwischen 3-8 Jahren am Markt.
Das ist für mich ein Anhaltspunkt. Da viele Verleger alles selber machen, ist es für mich hier mit der Vergleichbarkeit schwierig gewesen. Wir erreichen eine hohe Sichtbarkeit. Diese kaufe ich aber auch teuer ein. Ohne jene Aufwendungen würde man uns aktuell um 80% weniger wahrnehmen.

Ich gehe jetzt mal von einem günstigsten und von einem  teuren Titel aus (Geliebter Dschinn 79 Seiten) ist aktuell günstigstes Werk.

Cover 150,-
Lektorat 175,-
Korrektorat 175,-
Konvertierung 100,-
Preisgeld 500,-
Marketing bisher Facebook Sponsering 400,-
Xtme 100,-
Twitter 100,-
-4% KSK für Cover und Lektorat/Korrektorat
Autorenhonorar 30% vom Verlagserlös
Kostet als Ebook 1,99 Euro.

Verlagserlös Durchschnitt ca. 1.09 Euro pro verkauftes Exemplar. Bisher ungefähr 500 Downloads.
= 545,- abzüglich 30% vom Nettoerlös= 163,- Euro Autorenhonorar
Für den Verlag bleiben so = 366,72,- Euro vor Steuern.

Homer (500 Seiten)
Lektorat 2000,-
Korrektorat 1000,-
Buchsatz 350,-
Cover 150,-???
Konvertierung 100,-
Marketing für den Autoren bisher anteilig 800,-
Buchmesse anteilsmäßig 500,-
Übernachtung/Anreise Buchmesse/Essen 200,- (Autor wohnt in der Nähe) sonst 400,- Euro.
Marketing nach Veröffentlichung ca. 1500,-
Autorenhonorar für Print = 10% vom Nettoverkaufspreis
Ebook = 25% vom Nettoverkaufspreis
Verkaufspreise:
Ebook = 4,99,-
Aufgerundet erhält der Autor so 1,25 Euro pro verkauftes Ebook.
Der Verlag ca. 1.00 Euro
Print:
14,99,- Euro
Autor = 1,49
Verlag = 0,70

Sicher habe ich etwa vergessen, aber da ich das machen lasse, darf ich davon ausgehen, dass es am Ende zu 100% stimmt. Mein Berater und ich arbeiten ja auch bei Medical Placement zusammen. Ihr seht schon, ganz so günstig ist eine Verlagsgründung gar nicht. Wir haben ja insgesamt aktuell 11 Werke in Produktion.

Das finanziere ich durch Rücklagen. Es geht hier gegenwärtig um das erste Produktionsjahr.

Wenn ich Bücher selbst über den Verlag verkaufen würde (Online-Shop), würde sich hier ein anderes Ergebnis abzeichnen. Noch nicht inbegriffen ist die Auflage von 500 Printwerken, die Versandkosten etc. Aber das Grobraster gibt einen realistischen Überblick.

Die Zahlen bei Medical Placement sind ganz anders. Hier habe ich einen Deckungsbeitrag von 70%. Nur dadurch kann ich den Verlag überhaupt machen.

Es ist ein gewagtes Projekt, weil es aktuell nur Geld verschlingt. Aber trotzdem würde ich es wieder machen.

Wenn ein Verleger selbst Lektor ist, dann spart er einen großen Teil der Kosten. Aber wenn man sich auf das Lektorat versteht, dann muss man nicht unbedingt Ahnung von Marketing haben und umgekehrt.

Nach dem Werk ist vor dem Werk, also werde ich mich die nächsten Monate intensiv um die Vermarktung der Werke kümmern. Wenn ich die Produktionskosten des ersten Jahres zurückbekomme, dann ist das ein guter Erfolg. Wenn sich die Bücher nicht verkaufen und ich auf den Kosten sitzen bleibe, dann habe ich noch Plan B-C-D usw.

Es sind Chancen, die ich in diesem und im nächsten Jahr geben kann. Das hätte ich selbst gerne gehabt. Irgendjemand muss ja mal den Anfang machen. Ich bin froh im Kreis der Verleger angekommen zu sein. Das treibt mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht. Berufungen sind einfach hart. Ansonsten hätte ich das Geld in Kosmetik, Shopping oder Autos investiert. Jetzt eben in Menschen, denen ich ihre Lebensträume erfüllen kann. Das hat mehr Nachhaltigkeit.
Ich glaube an all unsere Werke. Ich glaube an meine Autoren und ich freue mich darüber, dass ich täglich lächelnde Menschen um mich herum habe. Und vor allem, dass ich halten kann, was ich verspreche. Ich labbere nicht einfach in der Gegend herum, sondern ich handle. Eine Genugtuung in der heutigen Zeit.

Und wenn ich mir das irgendwann nicht mehr leisten kann, dann ist es eben so. In meinem Gehirn ist der Punkt scheitern nicht vorhanden, ich reglementiere mich ja nicht selbst. Was weiß ich, wie viele Leben ich noch habe. Jetzt habe ich erst mal dieses und ich mache es mir so, wie es mir gefällt.

Herzliche Grüße

Melanie

P.S

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Ich investiere lieber in meine Autoren, anstatt jeden Beitrag korrigieren zu lassen. Ich bemühe mich, das seht ihr hoffentlich. 🙂

Ebook – Reihenformat Fantastik, Grusel, Romanze

Inspiriert durch das jahrelange Lesen von Heftromanserien habe ich mir überlegt eine ebensolche aufzubauen.

Zum Konzept: 

Bis zu sechs mal im Jahr erscheinen in zwei bis drei monatigen Abständen Ebooks mit einer maximalen Seitenzahl von einhundert. Dazu gibt es drei unterschiedliche Kategorien:

Eagle Gold (Fantastik)

Eagle Silver  (Grusel) 

Eagle Bronze (Romanze) 

Die Werke erscheinen zuerst im Ebook-Format und werden nach Erfolg gebündelt als Softcover von mir veröffentlicht. Hierfür konnte ich bereits die ersten Autoren gewinnen.

Mit dabei sind Sean Beckz und Markus Kastenholz. Außerdem befinde ich mich aktuell im Gespräch mit weiteren Autorinnen und Autoren. Ich freue mich speziell für diese Reihe über weitere Bewerbungen.

Orientierung: 

Romanze: Die Geschichten spielen immer in einer ländlichen Umgebung mit einer Beschreibung der Charaktere, welche dem Leser viel Fantasie lassen. Bei der Romanze geht es immer um Liebespaare die diverse Widrigkeiten erleben und schlussendlich zusammenfinden.

Grusel: 

Angelehnt an Elemente der Meister der Genre-Gruppe. Die Geschichten spielen immer in England und erzählen von vergangenen Zeiten. Detaillierte Beschreibungen der Umgebung. Auch hier handelt es sich um ein Liebespaar welches umgeben von Grusel-Elementen bis zu übersinnlichen Ansätzen allerhand bewältigen muss, bevor es am Ende zusammenfindet oder auch nicht.

Fantastik: 

Alles was unglaublich ist und auf geschickte Art und Weise miteinander verwoben werden kann. Geschichten aus der Mythologie, dem Mittelalter oder auch fremden Welten zu tun hat. Klassische Protagonist/Antagonist Geschichten in einem fantastischen Gewand.

Voraussetzungen: 

Du solltest firm in der Schreibe sein. Gerade der Umgang mit Dialogen muss dir liegen. Sehr gute Kenntnisse der deutschen Orthographie werden von mir vorausgesetzt.

Ablauf: 

Für diese Serien gibt es ein Reihencover mit individuellem Design von unseren Grafikern. Außerdem erhält jedes Werk ein Lektorat mit Korrektorat. Den Satz übernimmt wie immer die Agentur Satzweiss.

Vergütung Autor: 

Jeder Autor erhält pro Publikation 50% vom Nettoerlös des Verlages. Das sind bei einem angestammten Verkaufspreis von € 1,99 ungefähr 60 Cent. Hierüber gibt es wie immer einen seriösen Normvertrag.

Bewerbung: 

Für diese Serien kannst du dich das ganze Jahr über bewerben. Für die Sichtung benötige ich nach Einreichung von dir ungefähr 4 Wochen. Eine Eingangsbestätigung folgt innerhalb einer Woche. Wenn dies nicht der Fall ist, dann frage bitte nochmal per E-Mail nach.

Sende dein Manuskript oder deine Idee unter Angabe der Kategorie (Eagle Gold, Eagle Silver, Eagle Bronze) an:

info@waldhardt-verlag.de

Herzliche Grüße

Melanie

Projektpläne Belletristik und Ratgeber – im Waldhardt Verlag

© Trueffelpix - Fotolia.com

© Trueffelpix – Fotolia.com

1. Projektplan Autor Belletristik (Fantasy)

Schon bald ist es aus mit kurzweiligen Titeln. Das hat zum einen mit den gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun. Der Mensch will zwar noch immer in andere Welten entfliehen und sich zurückziehen, doch dafür braucht er etwas Nachhaltiges. Nicht nur ein paar Fragmente und Bröckchen. Eine erdachte Welt, wenn er liest.

Er benötigt fortwährend aufgebaute Figuren. Daran orientiere ich mich bei den Einsendungen. Ich will also keinen kurzfristigen Hype mit der Publikation erreichen, sondern langfristige Passion für die Welt, die Protagonisten und ihre Geschichten entwickeln.

Optimalerweise sind das Dilogien oder Trilogien. Zwischen den einzelnen Veröffentlichungsprozessen kann man das Interesse mit Novellen und Aktionen befrieden, wobei die Termine nicht zu weit auseinanderliegen dürfen. Es gibt Lesergruppen, die warten, bis die komplette Geschichte veröffentlicht ist, bevor sie sich einen Band kaufen. Hierauf muss ich achten.

Ich wende mich an mir bekannte Gruppen von Fantasy-Leserinnen und Lesern. Was gefällt euch gut? Warum? Geheimtipps usw.

Was lese ich privat? Wie hat sich das bei mir entwickelt? Wie werde ich selbst auf Bücher aufmerksam? Wie sind die Autoren auf die Idee zur Geschichte gekommen? Sind sie auf einschlägigen Gruppen aktiv? Sind es logisch denkende Menschen? Man benötigt ein logisches Denkvermögen, um eine breite gut strukturierte Welt zu erschaffen.

Was wurde denn schon alles vorbereitet? Gibt es »nur« ein Manuskript oder ist der Autor schon mit dem zweiten Teil beschäftigt? Nachhaltigkeit ist hier sehr wichtig für mich. Stellt euch vor, ich promote Titel. 1 mit sehr viel Aufwand. Autor liefert mir den 2. Titel nicht ab. Alles umsonst …

Vorbereitung von kleinen zielgerichteten Teilnahmen an Fan-Messen. Welche Merchandising-Artikel lassen sich umsetzen? Wann beginne ich damit? Wie bekomme ich den größtmöglichen Vermarktungseffekt bei geringem Kosteneinsatz um Anfangsrisiken zu minimieren?

Ab wann gibt es ein Hörbuch/Hörspiel – verkaufte Exemplare in Summe=…

Wie unterschiedlich müssen die Bücher sein, damit sich Autor A nicht mit Autor B den Rang abläuft und alle weitgehend zufrieden sind? Autoren sind sensible Menschen, wenn jemand das Gefühl hat, ich mache für Publikation A mehr als für Publikation B, werden zukünftige Werke darunter leiden.

Welche Person steckt hinter dem Buch? Ist die Person mediengängig oder nicht? Ich weiß, ein schreckliches Wort. Andere nutzen das auch, es wird nur nicht gesagt!

Fragen die ich vor dem Autorenvertrag geklärt haben will. Viel Arbeit, aber umso schöner, wenn man gemeinsam auf einer Spur läuft.

2. Projektplan Autor Ratgeber (Lebenshilfe):

Viele von euch hatten mich danach gefragt, wie ich das mache. Vielleicht auch für euch selbst relevant. Endergebnis poste ich dann diese Woche auf dem Blog, mit einem Link zur Facebook-Page.
Es fängt »natürlich« alles mit einer Marktanalyse an. In diesem Feld habe ich gute Kenntnisse und einen breiten Überblick, da ich selbst mal als Coach unterwegs war.

Ich kenne die Top-Experten, schaue mir die einzelnen Veröffentlichungen an und werfe einen Blick auf die Platzierung (immer an das Erscheinungsdatum der Publikation gekoppelt.)
Wo wird gecoacht und gegebenenfalls referiert? Einmal direkt bei Firmen (sehe ich anhand der Referenzen) und einmal als Vortrag bei institutionellen Kunden.

Was finde ich alles über die anderen Autoren? Ich recherchiere nach Meinungen. Bei welchen Verbänden sind sie Mitglied?
Was kostet die Stunde? (Hier greife ich zum Hörer und richte mich nach den Empfehlungen der größten Branchenverbände.)
Ansatzpunkte für das Buch. Wer könnte sich dafür interessieren? Was für vergleichbare Werke sind bereits am Markt erhältlich? Was macht der Verfasser/Verlag richtig? Was könnte ich optimieren? Gibt es überhaupt etwas zu optimieren? (Ja klar gibt es immer.)

Welche Firmenkunden könnte man mit ins Boot holen? Hierzu benötige ich einen fundierten wirtschaftlichen Überblick, den muss ich nicht recherchieren, nur täglich auf einem aktuellen Stand halten.
Wie promotet man das Buch am Besten?

Stichworte: Webinare, Lesungen, Video-Konferenzen usw. Auf welche Erfahrungswerte der Autoren kann ich zurückgreifen? Bestehen bereits Kontakte? Wie werden diese bisher genutzt?
Generierung von eigenen Zielgruppen für die Publikation. Identifikation relevanter Altersgruppen. Rahmenfestlegung der Gruppe.

Wo setzen wir an?
Was kann alles vor der Publikation vorbereitet werden? Vortragsakquise für die Autoren.
Ich benutze mein eigenes Netzwerk, wenn es thematisch passt, um die ersten Auftritte zu realisieren. Die Publizierung ist eine zusätzliche Referenz.
Ein Ratgeber = einer von mehreren Türöffnern für eine dauerhafte öffentliche Präsenz für den Autor.

Der Verlag definiert sich anhand der Qualität der Publikation in der Gesellschaft über das Werk des Schreibers, der Schreiberin und investiert in eine nachhaltige Marktpräsenz.
That’s it!

 

Apropos Marketing Publikumsverlag – was vielen Autoren nicht klar ist

© Trueffelpix - Fotolia.com

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Der Verlag puscht in der Regel nur die Autoren, die sich bereits etabliert haben, daraus wird ein Budget generiert und auf die einzelnen Autoren-Marken runtergerechnet. Dann hat man es tatsächlich geschafft, man bekommt die gewünschte Sichtbarkeit.

Für alle anderen Autoren (95%) gilt. Das Buch ist dann zwar fast überall auch in den Buchhandlungen erhältlich, aber der Verlag macht nichts Besonderes dafür. Es wird in der Verlagsvorschau angekündigt. 1-2 Rezensionsexemplare gehen raus, das war es dann. Wenn der Titel dann nicht läuft, ist man wieder weg.

Ich selbst hatte vor einigen Jahren mal ein Angebot von einer großen Fachbuchverlagsgruppe. Wie bin ich dazu gekommen?
Ich war damals als Trainerin im Gesundheitswesen bundesweit unterwegs. Hab viele Schulungen gehalten. Irgendwann saß ich abends im Hotel und hab ein Konzept entwickelt. Dieses hab ich dann 3 Verlagen geschickt. Schon nach ein paar Tagen hatte ich eine erfolgreiche Rückmeldung.

Aber – und jetzt kommt es:
Man hat von mir erwartet, dass sich die Träger verpflichten eine gewisse Menge an Büchern abzunehmen. Da ich bundesweit unterwegs war, hatte ich natürlich Kontakte. Ich hab mich gewundert, warum es gar nicht um das Projekt selbst ging. Das war überhaupt nicht relevant. Es ging lediglich um die Vermarktung auf breiter Fläche über meine Kontakte.

Ich hätte einen Garantievorschuss von € 9000,- bekommen. Und mein Buch wäre fast überall erschienen, trotzdem hab ich es nicht gemacht. Hatte für mich ein total negatives Geschmäckle.

Das sind nur meine bescheidenen Erfahrungen, sicher gibt es auch andere Fälle. Aber es war wirklich ein sehr bekannter Verlag, wo ich mir vorher die Finger nach geleckt hätte.

 

 

Fragen an den Waldhardt Verlag Teil II (13.11.2014)

© fotomek - Fotolia.com

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Ich freue mich, dass der Waldhardt Verlag auf so eine rege Resonanz stößt. In den letzten Wochen haben mich neben vielen E-Mails, die mir Mut machen, auch verschiedene Fragen erreicht, die ich gerne gebündelt an dieser Stelle für euch beantworte.

 

• Hast du in der Zwischenzeit genug Manuskripte erhalten? Macht es noch Sinn ein Manuskript einzureichen?

Es sind tatsächlich viele Exposés und Leseproben, die den Verlag erreicht haben. Die gründliche Prüfung nimmt Zeit in Anspruch. Im Bereich Fantasy habe ich aktuell sehr viel von euch erhalten, sodass ich hier positiver Dinge bin. Krimis fehlen mir noch, gerade im regionalen Bereich, hier hab ich bisher »nur« 5 Vorschläge von euch bekommen.

• Warum nimmst du nur 5-10 Manuskripte im ersten Jahr unter Vertrag?

Ein Buch auf den Markt zu bringen ist sehr kostspielig. Neben Lektorat, Korrektorat, Trailer und Marketing kommen noch weitere Kosten dazu, die ich alle finanzieren muss. Vor der Gründung hab ich mir mit meinem Steuerberater einen Plan gemacht. Ich kann 5-10 Manuskripte pro Jahr leisten, was darüber hinausgeht, würde den Rahmen und somit die Qualität verschlechtern, ich wüsste nicht, wo ich Abstriche machen könnte und will.

• Zahlst du den Autoren auch einen Garantievorschuss?

Nein, bisher nicht. Wenn ich das machen würde, könnte ich zum Beispiel keine Trailer produzieren lassen. Da das für mich ein zusätzliches wichtiges Instrument ist, unter vielen anderen, hebe ich mir diese Ressource für das Marketing auf.

• Was zahlt du?

Teilweise kommt diese Frage per E-Mail, ohne dass ich überhaupt etwas von den Autoren bzw. der Autorin gelesen habe. Nun gut, beantworte ich trotzdem gerne.

Taschenbuch: 10% vom Nettoverkaufspreis abzüglich Umsatzsteuer
eBook: 25% vom Nettoverkaufspreis abzüglich Umsatzsteuer

• Was haben die Verträge für eine Laufzeit?

Im Bereich Belletristik in der Regel 10 Jahre.

• Was ist, wenn ich die eBook Rechte behalten will und nur die Taschenbuchrechte abgeben möchte?
Das macht für mich keinen Sinn, weil ich mir eine Präsenz im Buchhandel erstmal im Laufe der Jahre erarbeiten muss. Bei den ganzen Investitionskosten, die ich tätige, lehne ich solche Angebote ab. Das würde eher bei einem großen Verlag Sinn machen, der breit aufgestellt im Sortimentshandel vertreten ist.

• Was ist, wenn ein Publikumsverlag anklopft?

Dann sprechen wir über Lizenzen. Der Erlös daraus wird zu 50% auf den Autor und zu 50% auf den Verlag verteilt.

• Muss ich mich als Autor am Marketing beteiligen?

Wenn du Ahnung davon hast, freue ich mich über deine Mitwirkung, ansonsten kriege ich das auch alleine hin. Die meisten Kleinverleger haben irgendwelche Steckenpferde, die sie ins Business einbringen können. Seien es Erfahrungen im Lektorat, Korrektorat usw. Ich kümmere mich ums Marketing und um den Vertrieb.

• Inwieweit greift das Lektorat in mein Manuskript ein? Welche Gestaltungsfreiheiten habe ich?

Das Lektorat hat eine beratende Funktion und deckt neben inhaltlichen Fehlern, Logikfehler und stilistische Unstimmigkeiten auf. Kein Lektor kann aus einem schlechten Manuskript einen Bestseller machen. Es geht hier ums Feintuning. Ein gutes Manuskript wird sehr gut und somit marktfähig. Ansonsten würde der Lektor Urheberrechte am Werk generieren. Meine Aufgabe als Verlegerin ist darauf zu achten, dass dies nicht passiert. Mitspracherechte sind vorhanden, die letztendliche Entscheidung behalte ich mir vor. 

• Hast du Angst vor der Zukunft?

Nein

• Warum in diesen Zeiten einen Verlag gründen?

Glaub mir mal, es ist nie der richtige Zeitpunkt. Das kann man weder planen noch takten. Ich wollte es jetzt, also hab ich es getan.

• Musst du von den Erträgen des Verlags leben?

Nein, wäre auch ziemlich naiv. Der Verlag wird sich hoffentlich mit der Zeit tragen, das ist mein Ziel. Bis das so weit ist, muss ich nicht davon leben.

Ich hoffe, die wichtigsten Fragen konnte ich gut beantworten. Sicher kommt immer wieder mal etwas dazu, was hier nicht aufgeführt wird. Aber das Hauptsächliche hab ich erfasst.
Was ich mir von den Einreichern wünschen würde, der Hauptfokus sollte erstmal auf dem Manuskript liegen. Auf der Geschichte, die du erzählen willst. Das, womit du andere Menschen begeisterst. E-Mails wo es im ersten Satz um Geld geht, habe ich nicht so gerne. Du solltest aus Leidenschaft schreiben und nicht nur aus monetären Aspekten. Das die wichtig sind verstehe ich, aber erstmal geht es mir um dein Manuskript. Ob wir dann zusammenarbeiten oder nicht ist ein längerer Weg. Ich gehe nicht auf die breite Masse und nehme »natürlich« nicht jeden an. Ich kann das nicht leisten und will es auch nicht.

 

Gutes Manuskript+Chemie+Loyalität= Option auf einen Vertrag.

Euch allen einen schönen Tag.

Eure Melanie

Manuskripte einreichen, wie mache ich es richtig beim Waldhardt Verlag?

© Melpomene - Fotolia.com

© Melpomene – Fotolia.com

Aktuell bin ich ja mitten in der Sichtung der Manuskripte der letzten Wochen. Hierbei fällt mir einiges auf. Deshalb an dieser Stelle noch ein paar Tipps für den Bereich Belletristik:

 

Eingereicht wird: Exposé, kurzer Werdegang, Schreiberfahrung (bereits veröffentlichte Titel) und eine Leseprobe.

• Ich würde meine Leseprobe vor der Einreichung nochmal gegenlesen lassen.
• Wenn das Werk noch nicht ganz fertig ist, einen Stichtag angeben, wann mit der kompletten Ablieferung zu rechnen wäre.

Mir persönlich bringt es nichts, wenn das mir angebotene Manuskript bei 10 anderen Verlagen eingereicht wurde. Teilweise sogar parallel. Außer man gibt diese Info mit an. Hier muss man keine Namen nennen, aber eine Info wäre hilfreich.

Die sorgfältige Prüfung nimmt regelmäßig Zeit in Anspruch, ich gehe davon aus, dass dies nicht nur bei mir der Fall ist.

Ich verhandle nicht über meine offerierten Angebote. Entweder es passt oder nicht. Das ist wie mit einer Liebesbeziehung, manchmal sind Gefühle da, aber genauso schnell verschwinden sie auch wieder. Deshalb nehme ich mir wirklich Zeit zu prüfen und schlafe auch gerne nochmal ein paar Nächte darüber.

Wie man auf meinen Seiten nachlesen kann, bin ich an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Es macht für mich also keinen Sinn, wenn jemand zufällig ein altes Manuskript gefunden hat und dies bei mir einreicht. Man sollte sich mit dem Verlag und mir auseinandersetzen und für sich prüfen, ob das passen könnte. Das ist mir genauso wichtig, wie das Manuskript selbst.

Neben einer gewissen Vernarrtheit in Bücher und in Menschen, nehme ich mich in erster Linie als Geschäftsfrau war. Ich will langfristige Geschäfte generieren. Ich investiere da, wo es für mich Sinn macht. Das Risiko dafür trage ich gerne.

Was soll das alles?

Wenn ich persönlich einen Verlag suchen würde, dann schaue ich mir neben einer Ausschreibung, das geplante oder vorhandene Programm an. Gucke, ob es für mich passt. Auf meinen Seiten und generell im Internet gibt es genug Möglichkeiten sich zu informieren. Oder man schreibt eine kurze Mail und macht sich schlau, falls Unsicherheiten bestehen.

Als »Klein« Verlag werde ich es keineswegs akzeptieren, ein Notnagel für all diejenigen zu sein, die es bei einem großen »Publikumsverlag« nicht geschafft haben. Sondern eine Förderin für loyale und ehrliche Menschen, die sich nachhaltig etablieren wollen.

Alles klar?

Gut, dann freue ich mich auf einen weiterhin spannenden Austausch. Bei den Manuskripten sind einige dabei, die genau das widerspiegeln, was ich mir unter einer guten Zusammenarbeit vorstelle. Es geht also munter weiter.

Herzliche Grüße

Melanie Waldhardt

Was kostet ein eBook beim Waldhardt Verlag?

© javier brosch - Fotolia.com

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In den Verhandlungen mit den zukünftigen Autoren vom Waldhardt Verlag war dies in den letzten Wochen eines der wichtigen Themen. Deshalb hier ein kurzer Abriss für euch, wie ich kalkuliere.

In dem Beispiel gehen wir von einem Roman zwischen 280-350 Seiten aus.

 

Der Markt zeigt mir hier eine Preisspanne zwischen 0,99 Cent bis 12,90 Euro. Ein so breites Spektrum, wo werde ich mich hier als Verlag ansiedeln?

Ein einheitlicher Auftritt der Publikationen ist für die spätere Vermarktung unabdingbar. Ich kann keinen Autoren, der schon mehrmals erfolgreich bei Verlagen verlegt worden ist, gegenüber noch unbekannten Talenten bevorzugen. Ich könnte schon, aber das werde ich nicht tun!

Alle eBooks innerhalb des angegebenen Beispiels kosten in meiner Kalkulation € 4,99. Die Bücher starten mit einer günstigen Promotionsphase von 1-2 Wochen. Dies ist/wird mit den Autoren vertraglich geregelt und vorab besprochen. Diese Phase nutze ich für intensives Marketing, schon vor dem Erscheinen des Werks.

Zusätzlich werden die Bücher in thematisch passenden Blogs diskutiert. Da alle Publikationen meines Verlages vor Veröffentlichung ein Korrektorat (2 Durchgänge) und ein Lektorat (2-3 Durchgänge, direkt mit dem Autoren) durchlaufen, können sich die erfahrenen Schreiber unter euch vorstellen, dass die ersten Publikationen wahrscheinlich nicht direkt kostendeckend laufen werden. Das ist mir bekannt!

Ich investiere also nicht nur in das jeweilige Manuskript, sondern auch in die zugehörigen Schriftsteller. Deshalb ist mir eine langfristige Zusammenarbeit wichtig, um »Marken« aufzubauen.

Die Taschenbuchausgaben der belletristischen Werke werden orientiert an der Seitenzahl mit Preisen zwischen € 7,99 – 12,99 am Markt platziert.

Umfragen schon vor der Gründung haben mir hier geholfen, meine Preise zu finden, mit denen ich kalkuliere.

Warum ich so transparent bin? Ich halte nicht viel von Geheimniskrämerei. Im Netz fand ich immer nur halbgare Infos, wenn ich eine Frage gestellt habe. Bis auf meine Facebook-Gruppe, wo mir neben Verlegern auch andere interessierte Menschen stets mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden haben/stehen, war im Internet nur wenig zu finden. Entweder wurde die Verlagsgründung schlecht geredet, oder man hat Zahlenmaterial gefunden, mit dem man nichts anfangen konnte.

Ich wünsche mir, dass meine Seiten auch für andere Gründer einen Anhaltspunkt geben in Zukunft. Die Verlage sollten sich grundsätzlich mehr vernetzen und intensiver zusammenarbeiten. Ich glaube an das Verlagsmodel, ich denke nicht, dass die amerikanische Konkurrenz uns in den Boden stampft. Sie macht uns flexibler, dazu bin ich bereit. Um perspektivisch viele Lesergruppen zu erreichen, würde ich mich auch nicht nur auf ein Modell festlegen. Lesen macht frei und das sollte es nach meinem Wunsch auch bleiben. Wenn ich gemeinsam mit engagierten Autoren einen Beitrag dazu leisten kann, dann bin ich zu allen Schandtaten bereit.

Eure Melanie

Der Waldhardt Verlag distanziert sich als „echter Verlag“ zu 100% von jeglichen Druckkostenzuschussverlagen

(c) Waldhardt Verlag

(c) Waldhardt Verlag

Da die Thematik in den letzten Jahren und Monaten stetig zugenommen hat, eine wichtige Information für alle Autoren und Schriftsteller. Wie jeder andere seriöse Verlag auch distanziert sich der Waldhardt Verlag von allen Druckkostenzuschuss-Anbietern.
Projekte im Waldhardt Verlag werden direkt von der Verlegerin zu 100% finanziert. Dies gilt für alle Manuskripte, die ich in mein Verlagsprogramm aufnehme und realisiere. Ohne jegliche Kostenbeteiligung der Autorenschaft. Neben den üblichen Verlagsleistungen wie Korrektorat, Lektorat, Buchcover, Layout und Buchsatz gehört ein umfangreiches Marketing dazu, damit die Publikation eine hohe Sichtbarkeit am Markt erreicht.
Um das langfristig zu gewährleisten, werden pro Jahr »nur« zwischen 5-10 Buchprojekte realisiert. Diese sind von hoher Qualität und erhalten neben einer professionellen Gestaltung auch intensive Marketingmaßnahmen.
Dafür stehe ich mit meinem Namen.
Melanie Waldhardt, Oktober 2014