Neid ist kein Zeichen von Anerkennung…

Für mich ist es das jedenfalls nicht. Es hat eher damit zu tun, dass jemand in seinem eigenen Entwicklungsstadium festhängt. Seitdem ich den Verlag gegründet habe, ist mir bewusst, wie viele festhängen.

© Ayamap - Fotolia.com

© Ayamap – Fotolia.com

Warum?

Nun, ich bekomme fast täglich Mails von Menschen die, meinen mir die große weite Welt erklären zu müssen. Sei es per E-Mail oder auf meinen Facebook-Seiten.

Es handelt sich hauptsächlich um Verleger oder Dienstleister, die meinen die Weissheit mit Löffeln zu sich genommen zu haben.

Guter Rat ist fast immer teuer, frustrierte Ratschläge bekommt man umsonst. Das hat mich daran erinnert, wie ich mich damals mit meiner Personalagentur selbständig gemacht habe. Natürlich hat mir jeder davon abgeraten, ich hatte einen sicheren Job als COO in einem internationalen Großhandelsunternehmen – hoher Verdienst, einen Mercedes als Dienstwagen. Hohe Spesen und viele internationale Kunden. Ich war oft in Frankreich. Neben der deutschen Sprache habe ich viel auf Englisch kommuniziert. Eine eigene Sekretärin und fast alle Freiheiten, die man sich vorstellen kann.
Trotzdem habe ich diesen Job gekündigt, ganz ohne Not. Es hat mich nicht glücklich gemacht. Das Risiko, was ich dadurch eingegangen bin, war mir egal.

Ich kannte mich schon mit der Personalvermittlung aus vorangegangenen Tätigkeiten aus. Ich habe mir einen Projektplan erstellt und bin mit dem Auto durch Deutschland gefahren. Hab Termine mit verschiedenen Kliniken ausgemacht, das ist der Bereich, in dem ich vermittle, und mich dann einfach vorgestellt.

Am Anfang haben sich »nur« Assistenzärzte beworben, aber im Laufe der Zeit kamen immer mehr Chefärzte dazu. Heutzutage vermittle ich hauptsächlich Chefärzte. In diesem Bereich hat man mit einer enormen Konkurrenz zu tun, weil er sehr gut bezahlt wird. Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben. Aber all das hat mich nicht davon abgehalten. Ich hab mir weniger Gedanken um andere Dienstleister gemacht, als um meinen eigenen Allerwertesten, also bin ich weiter nach vorne geprescht.

Mittlerweile hab ich einen guten Namen in der Branche und arbeite mit allen namhaften Kliniken aus Deutschland zusammen. Bis zum Marktführer. Jetzt fragt man bei mir an, ob ich in verschiedenen Personalsituationen hilfreich sein kann. Ich bin es so oft wie möglich, aber nicht immer.

Genauso wird es mir mit dem Verlag ergehen. Da ich so viel Herzblut investiere, kommt etwas Positives dabei heraus. Warum sollten es andere Menschen schaffen und ich nicht? Diese Frage muss man sich immer wieder stellen, wenn man Zweifel hat. Die kommen auch bei mir vor, aber ich kenne mich ja mit ihnen aus, also sind sie irrelevant.

Was ich schlimm finde, warum man anderen Menschen den Erfolg nicht gönnt? Mir persönlich treibt jeder erfolgreiche Mensch, der mit geraden Mitteln voranschreitet ein Lächeln auf die Lippen. Mich beflügelt so etwas. Ich würde den Teufel tun und sicherlich keine klugen Ratschläge erteilen, wenn sie einzig und alleine darauf basieren, mein eigenes Unvermögen zu verschleiern!

Mit Glück hat das auch wenig zu tun, dieses Argument kommt auch immer aus den Ecken, die es selbst nicht gewuppt bekommen.

Ich selbst habe vor vielen Jahren als Schreibkraft in einem IT-Unternehmen in Frankfurt Rödelheim angefangen. Zusätzlich war ich neben dem Schreiben für die Toiletten und den Bistrobereich verantwortlich. Na und? Ich war froh, dass ich Arbeit hatte. Mein Chef hat mich dabei unterstützt mich hochzuarbeiten, weil ich loyal und engagiert war. Das Unternehmen habe ich dann nach mehreren Jahren in der Funktion der Vertriebsleiterin verlassen.

Es gibt immer einen Weg. Welcher richtig ist, muss jeder individuell für sich festlegen. Ich glaube, da wo die Leidenschaft am meisten brennt, gibt es auch immer Ansatzpunkte für uns Menschen.

Deshalb freue ich mich über jede Person, die sich mit mir konstruktiv austauscht, gerne auch kritisch. Aber neidisch sein oder herabwürdigend werden, hat bei mir keine Chance. Hätte ich mich daran aufgehalten, wäre ich heutzutage immer noch die Erfüllungsgehilfin von anderen Visionen. Nun realisiere ich eben den Waldhardt Verlag. Nichts worauf man »neidisch« sein muss. Man kann selbst zum Gewerbeamt gehen und einen Verlag anmelden, dieser Akt ist unkompliziert. Auch muss man nicht in einem Verlag veröffentlichen, schon gar nicht bei mir. Auch wieder eine individuelle Entscheidung, die jeder selbst für sich treffen muss.

Einen schönen Donnerstag, ihr Lieben.

Eure Melanie

5 Gedanken zu “Neid ist kein Zeichen von Anerkennung…

  1. „Höret auf den Vogel! Höret auf die Stimme, die aus euch selber kommt! Wenn sie schweigt, diese Stimme, so wisset, daß etwas schief steht, daß etwas nicht in Ordnung ist, daß ihr auf dem falschen Weg seid. Singt und spricht er aber, euer Vogel – oh, dann folget ihm in jede Lockung und noch in die fernste und kälteste Einsamkeit und in das dunkelste Schicksal hinein!“

    (Zitat von Hermann Hesse)

    Selbst wenn ein Plan, eine Idee, ein Vorhaben scheitert, ist das immer noch besser, als wenn man es nie in Angriff genommen hat. Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass uns gerade die Neider zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wer keine Neider hat, der macht etwas falsch 😉

    LG Sven 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Toller Artikel liebe Melanie, du bringst es einfach mal wieder total auf den Punkt. Aber es ist halt für viele einfach leichter zu meckern und auf jemanden neidisch zu sein als selber was in Bewegung zu setzen. Aber ich weiß auch, dass dich das zwar nervt aber dass es dich auch animiert noch besser zu werden 😉 Und du bist schon eine klasse Powerfrau 🙂
    Ich wünsche dir jedenfalls wirklich ganz viel Erfolg und bin mir sicher, dass alles was du anfängst auch erfolgreich wird.
    Alles Liebe für dich
    Barbara

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Melanie,

    ich finde dich mutig und ich muss neidlos anerkennen, dass du ganz schön vielseitig bist. Das bin ich eigentlich auch. Nur mir fehlt das was du hast. Nämlich du weißt was du kannst und du packst die Dinge an, die dir auch Spaß machen. Jeder kann etwas aus seinem Leben machen, man muss sich nur trauen. Diesen Mut hatte ich leider nie. Und heute, wo ich die Zeit hätte auszuprobieren was bei mir geht, da haut mir die Krankheit meines Mannes dazwischen. Ich kann im Moment nicht schreiben, weil ich einfach den Kopf nicht frei kriege. Aber ich habe noch alte Texte wo ich allerdings nicht sicher bin, ob die noch zeitgemäß sind. Früher habe ich öfter ans Selbständig machen gedacht, aber wie gesagt, der Mut fehlte mir. Ich war finanziell abhängig von meinem Exmann und der hat mich auch nicht unterstützt. Aber ich werde schon noch den richtigen Moment finden um „durch zu starten“. Dir jedenfalls wünsche ich viel Erfolg und alles liebe

    Margit

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s