Der innere Schweinehund im Waldhardt Verlag

© thingamajiggs - Fotolia.com

© thingamajiggs – Fotolia.com

Gestern hatte ich Besuch, ein Schweinehund hatte sich in meinen Gedanken eingenistet. Erst habe ich das gar nicht gemerkt, bis ich immer langsamer wurde, bei allem, was ich tat.

Das Regal mit den Motivationsratgebern schien mich direkt anzulächeln, wenn ich das Büro verließ. Bewusst habe ich eine andere Richtung geschaut. Aber ich hab es trotzdem gespürt. So als ob jemand hinter mir stehen würde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich mir dann ein Buch rausgezogen. Es war von Joseph Murphy und handelte vom positiven Denken. Genützt hat es mir in der Situation gar nichts. Mein Magen begann sich merklich zusammenzuziehen und der Hunger war mir auch vergangen, aber was war denn überhaupt los?

Bei der finalen Überarbeitung meines Buches lief die Story nochmal vor dem geistigen Auge ab. Ich habe viele Monate damit verbracht. Plötzlich kotzte mich die Geschichte nur noch an. Von einer Sekunde auf die nächste. Die Selbstzweifel hatten angefangen eine Party zu feiern und ich war der Ehrengast.

Eine johlende Menge fixierte mich mit dämlichen Gesichtsausdrücken. Ich schloss die Augen, aber den Stimmen konnte ich nicht entfliehen. »Na Melanie, du hast es aber besonders gut mit uns gemeint«, rief jemand in die Runde. Ich lief auf und ab. Alles wurde negativ, meine Gedanken verdunkelten sich.

Warum musste das ausgerechnet jetzt passieren, wo ich nur noch wenige Tage habe, um den Titel abzuliefern?

Gab es denn überhaupt keine Gerechtigkeit mehr auf der Welt? Die fiesen Nachrichten der vergangenen Tage hatten meiner Stimmung ohnehin schon nicht gut getan. Nach einigen Stunden beschloss ich, mich wieder an den Arbeitsplatz zu setzen.

Ich las mir die letzte Szene von der »Bevölkerung« durch. Die Figuren widerten mich an. Alles war nur noch zum Kotzen. »Ich kann es nicht, das ist Trash, ich bin eine Versagerin. Mama hole mich zurück in deinen Leib.«

Gegen 23 Uhr bin ich dann ins Bett. Ein ordentlicher Schluck Rotwein und Unmengen von Lebkuchen sorgten dafür, dass ich doch noch müde wurde. Als ich heute Morgen aufstand, kamen mir meine Oberschenkel vor, als hätten sie sich über Nacht verdoppelt. »Das auch noch! Egal, auf die inneren Werte kommt es an.«

Als ich im Bad stand, schaute ich in den Spiegel. Als ich mein Gesicht sah, musste ich lachen. So richtig laut und intensiv. Es hat mich am ganzen Körper geschüttelt. Nach dem Zähneputzen bin ich an den PC, letzte Szene erneut durchgehen. Heute war es dann wieder in Ordnung. Die Figuren sind plastisch, die Geschichte ist spannend, auch wenn nicht auf jeder Seite, immerhin brauchte ich auch ein bisschen Zeit um die Charaktere aufzubauen.:-)

Alles ein ewiges Auf und Ab. Was auch mir immer wieder begegnet. Ich kann dann nicht direkt reagieren. Nehme etwas Fahrt raus und dann geht es. So wie jetzt, plötzlich wuppen meine Finger wieder über die Tastatur, als würde ich Klavier spielen. Tag ist im grünen Bereich und wird heute nicht mehr rot. 🙂

Euch allen eine gute Zeit.

Melanie

5 Gedanken zu “Der innere Schweinehund im Waldhardt Verlag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s