Buchtitel sichtbar machen – bisschen twittern und eine Pressemitteilung ist zu wenig!

© inarik - Fotolia.com

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Seit der Verlagsgründung beschäftige ich mich ja täglich mit verschiedenen Vermarktungsmechanismen. Natürlich beobachte ich hier auch andere Verlage. Was ich wahrnehme, ist das:

• Nach mehreren Jahren der Aufbauarbeit hat man es geschafft, es erscheinen 10 Buchtitel pro Monat. Diese werden teilweise mit Trailern beworben, die Cover sehen oft echt super aus. Dazu wird eine Pressemitteilung in die Weiten des Internets geschickt und bisschen gezwitschert wird auch. Dazu noch eine Promo bei Facebook, für einen kurzen Zeitraum. »Leser kauft mich«

• Dieses Konzept kann funktionieren, aber hauptsächlich für die Verlage selber. Der Autor wird im Wust der Aktionen gar nicht mehr wahrgenommen, sondern »nur« der Titel. Für den Verlag ein mehr oder minder gutes Geschäft, wenn er möglichst viele Titel am Markt platziert hat. Aber was ist mit dem Autor? Wird der jetzt zur austauschbaren Massenware?

• Wenn ich mir ein Buch kaufe, dann interessiert mich erstmal der Inhalt. Von wem es geschrieben wurde, ist immer dann relevant, wenn ich schon was Nettes von der Person gelesen habe. Ich google dann sogar mal nach dem Autor oder der Autorin selber.

• Der Verlag interessiert mich eigentlich nicht. Außer die Publikumsverlage, von denen hat ja jeder schon einmal irgendwas gehört, da weiß ich zumindest, dass es in der Regel (gibt Ausnahmen) professionell ist, was mir serviert wird.

• Wenn ich 100 Titel im Verlagssortiment habe, Lektorat und diverse andere Dinge selbst machen kann, dann fängt es hier schon an spannend zu werden. Aber auf wessen Kosten?

• Das Buch geht unter, es erhält keine Wertschätzung. Es muss also in Massen nachproduziert werden, um den Leser bei Laune zu halten. Kann das ein schönes persönliches Ziel sein? Diese Entscheidung trifft jeder für sich selbst. Für mich wäre das nichts.

Ich persönlich fände es schöner, wenn ein Titel langfristig wahrgenommen wird. Wenn Autor und Verleger ein langfristiges und positives Verhältnis aufbauen, weil sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Ob dies in unserer heutigen Zeit so umsetzbar ist, das erfahre ich noch. Wissen tue ich es im Augenblick nicht. Das wird mir die Zeit zeigen.

Was ich mit Sicherheit weiß, ich werde mich nicht verbiegen. Dann würde es mir keinen Bock mehr machen. Spaß kommt an erster Stelle, das habe ich mir schon immer so eingerichtet, egal was ich beruflich gemacht habe. Ich will definitiv keine Massenabfertigung in meinem Verlag. Lieber weniger Titel, dafür aber mit einer langfristigen Wertschätzung. Immerhin ist jedes Buch in irgendeiner Art und Weise ein Sprachrohr der Gesellschaft, egal ob Unterhaltung oder anspruchsvolle Kunst. Diese Verantwortung nehme ich an, mit denen mir geboten Fähigkeiten und den Menschen, welche das mit mir zusammen »wuppen« wollen.

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