Unterschied Selfpublisher und „Klein“Verlag

© Waldhardt Verlag

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Darüber habe ich mir in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht. Ich habe ja mal ein Buch über einen Selfpublishing Anbieter veröffentlicht. Für das Marketing war ich hier selbst verantwortlich, musste alles regeln. Ich habe das Buch soweit ganz gut verkaufen können. Es war ein Ratgeber speziell für meine Reputation in der Kommunikation im Gesundheitswesen. Ich war mehrere Monate in den Top 100 Medizin (Amazon), hier speziell im Bereich Gesundheitskommunikation. Der Verkauf des Buches hat die Kosten der Produktion gedeckt und mir diverse Aufträge im Coaching beschert. Übrigens hatte ich damals auch ein Verlagsangebot für den Ratgeber. Ich habe damals für verschiedene Kliniken Schulungen angeboten. Der Verlag war daran interessiert, dass mein Ratgeber als Werk im Bereich Kommunikation bei dem großen privaten Klinikbetreiber eingeführt wird. Das wollte ich nicht und letztlich kam der Vertrag dann nicht zustande. Es ging also weniger um das Buch selbst, als um meine Möglichkeiten der Vermarktung. War übrigens kein »Klein« Verlag 🙂

Jetzt wo ich kein Marketing mehr für das Buch betreibe, ist es in den Rankings weit abgerutscht und verkauft sich nur noch 2-3 mal pro Monat, wenn ich Glück habe. Damals habe ich viele Anfängerfehler, so würde ich es heute bezeichnen, begangen. Ich hatte zwar ein Konzept zum Buch, aber kein Konzept für das Marketing. Dies habe ich erst mit der Veröffentlichung entwickelt. Einen kleinen Erfolg konnte ich mit dem Buch erreichen. Zum Beispiel hatte ich eine Buchanforderung mit Rezension im Fachmagazin vom Verband für medizinische Fachberufe e.V. Das war genau meine Zielgruppe für dieses Buch, also scheine ich einiges richtig gemacht zu haben.
Jetzt mit der Gründung des Verlages, habe ich zum eigenen Schreiben ganz andere Aufgaben. Vieles ist neu und ich hoffe, ich werde firm, wenn ich die einzelnen Standardprozesse mehrmals abgebildet habe.
Ich wusste schon vor der Gründung, dass ich nicht alles alleine schreiben kann und will. Dadurch das ich schon immer viel gelesen habe und mich sehr gerne mit anderen Menschen auseinandergesetzt habe, entwickelte ich die Idee auch andere Menschen zu veröffentlichen. Begrenzt auf Themengebiete von denen ich etwas verstehe.
Es macht Spaß etwas zu »schaffen«. Ich habe eine Vielzahl von Manuskripten zur Prüfung erhalten und ich beschäftige mich aktuell täglich damit. An alle wartenden, die Eingangsbestätigungen sind bereits erfolgt und die Prüfung nimmt Zeit in Anspruch, weil ich hier keine Perle verpassen will. Was mich besonders freut, ich bekomme Angebote von bereits etablierten Autoren, obwohl ich als Verlag ja noch ganz am Anfang stehe. Aber mein Konzept und meine Authentizität scheint zu überzeugen, den Versuch einer Zusammenarbeit zu wagen. Das ist eine große Bürde für mich, die ich sicher nicht enttäuschen werde, wenn ich gute Vermarktungsmöglichkeiten sehe.
Ich habe mir einige Videos der Buchmesse aus Frankfurt angeschaut. Der Markt der Selfpublisher professionalisiert sich immer mehr. Sehr gut lektorierte Werke, tolle Cover und oft eine sehr gute Fanbase tragen viel dazu bei. Ich kenne einige Anbieterinnen die mit ihren Werken regelmäßig unter den Top 20 bei Kindle sind und mittlerweile von ihrer Schreibe leben.
Da werden Gewinnspielaktionen veranstaltet, Flyer verteilt und Lesungen selbst organisiert. Eigentlich typische Aktionen der Verlage. Mir gefällt das sehr, das wird sich in Zukunft noch mehr ausprägen, da bin ich mir sicher. Als Verlag muss man darauf reagieren, um noch lange zukunftsfähig bzw. handlungsfähig zu sein.
Als Verlag biete ich natürlich ebenfalls ein professionelles Korrektorat, Lektorat (von Lektoren die bereits für Verlage tätig waren) usw. an. Wenn man dazu in der Lage ist, all das selbständig zu organisieren, umzusetzen und zu bezahlen, würde ich mir auch überlegen, ob ich überhaupt zu einem Verlag will. Der Vorteil meines Verlages liegt an der Bündelung der unterschiedlichen Marketingmethoden aus einer Hand in Koppelung mit den unterschiedlichen Werken, die veröffentlicht werden. Ich bin nicht darauf angewiesen in den ersten Jahren direkt vom Verlag leben zu müssen. Habe also nur Druck von meinem eigenen Ehrgeiz, wobei der ungleich höher sein kann, als monetärer Druck. Ich kenne mich… 🙂

Ich versuche Marken zu schaffen. Und an diesen Marken partizipiere ich dann gemeinsam mit den veröffentlichten Autoren. Ich komme aus dem Vertrieb und bin kein klassischer Schreiberling. Nicht jedem liegt es, sich ständig um das Marketing und den Vertrieb seiner Bücher zu kümmern. Hier ist mein Ansatzpunkt. Ich mache das für meine Autoren, wobei ich sie natürlich mit in die Pflicht nehmen werden, wenn es darum geht: Lesungen zu halten, Präsenz auf Buchmessen zu zeigen, über ihr Werk zu sprechen und es bekannt zu machen.

Hierbei erstelle ich aber nicht einfach einen Anleitungsflyer, wie man vorgehen sollte, sondern ich wirke als Verlag aktiv für die Publikationen. Das Budget für das Marketing übersteigt die Produktionskosten der Bücher und diese sind bereits 4- stellig pro Buch. Ich sorge für Sichtbarkeit. Jeder will gelesen werden, dass soll geschehen, nicht nur optional, sondern tatsächlich.

Ihr könnt das am Beispiel eines meiner eigenen Bücher verfolgen, was noch dieses Jahr auf den Markt kommt und unter Pseudonym von mir geschrieben wurde: Kitten McIntyre »Die Bevölkerung«, ein Medizinthriller. Es erscheint zum Jahresende und man wird im Verlauf des nächsten Jahres sehr gut beobachten können, wie es sich verkauft und was damit geschieht. Hieran lasse ich mich dann sehr gerne »messen«. Das ist das ungewöhnliche von diesem Projekt. Ich habe in meiner gesamten beruflichen Laufbahn gelernt, dass man das was man verspricht, auch selbst können muss. Deshalb gehe ich mit gutem Beispiel voran und generiere so Vertrauen in mein Handeln.

Wie ich das Marketing für das Buch betreibe werde ich hier auf diesem Weblog ebenfalls vorstellen, inklusive der Investitionskosten und des Ertrages. Das hilft sicher auch anderen Menschen weiter, unabhängig davon, ob sie selbst verlegen, oder in einem Verlag veröffentlichen wollen. Die nächsten Wochen und Monate werden also spannend. Ich freue mich darauf, mit euch gemeinsam diesen spannenden Weg zu gehen.

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