Verlagsgründung Tag 7

Tag 7

Was hilft mir im Gründungsprozess?

Ich brauche immer wieder neue Ansatzpunkte für mich, damit ich den Prozess der Gründung für mich selbst bewerkstelligen und nachhaltig implementieren kann. Es ist ja immer auch ein Lebenskonzept, was man da für sich selbst aufbaut.

Ich muss meine Ziele nun in noch eine strukturbasiertere Form bringen. Das Schreiben hier ist für mich wie eine Art tägliches Tagebuch geworden, welches mich auf erzielte Etappen hinweist, mir aber auch ganz klar sagt, wohin ich will und was mir alles noch fehlt.

Um Distributionskanäle habe ich mich in der letzen Woche bereits gekümmert. Neben den üblichen Konsorten wie Amazon, Libri usw. wird es die Bücher auch bei allen anderen Online-Shops geben. Wenn ich will, dass die Bücher auch in Buchhandlungen erhältlich sind, (nicht auf Bestellung, sondern direkt vor Ort zum Kauf) muss ich diverse Listungsgebühren bezahlen. Diesen Schritt gehe ich erst später, wenn sich ein Titel besonders gut verkauft, weil ich dann mehr Handlungsspielraum besitze.

Was mache ich also logischerweise?

Entweder ich bringe jetzt 100 Bücher pro Jahr heraus und erziele daraus einen durchschnittlichen Umsatz nach Produktionskosten von € 80.000 im Jahr, wenn sich jedes Buch 2000 mal pro Jahr verkauft… sehr unsicher und sehr ungewiss. Außerdem müsste ich mit einem Batzen Geld in Vorleistung gehen, was ich zwar könnte, aber nicht möchte.

Eine andere Lösung muss her:

Bei der obigen Lösung hätte ich den Vorteil, dass ich durch kombinierte Werbemaßnahmen für alle Bücher, aufgeteilt nach Genre-Gruppen Geld sparen kann, aber trotzdem einen zusätzlichen Mehrwert generieren könnte. 1 Werbemaßnahme für mehrere Bücher aus der gleichen Gattung. Ein Cover-Mensch, ein Lektor für die selbe Gattung.

Funktioniert nicht:

Ich werde niemanden finden der mir 100 Bücher in einem Jahr lektoriert, die Arbeitsqualität würde darunter leiden, ich selbst kann auch keine 100 Bücher in einem Jahr bewerten und mich zusätzlich noch um alle anderen Dinge kümmern.

Was mache ich?

Im Zeitraum Dezember 2014 bis Dezember 2015 bringe ich maximal 10-15 Bücher heraus. Das ist schaffbar, das kann ich stemmen. Wenn ich mich intensiv auf diese 10-15 Bücher aus unterschiedlichen Bereichen konzentriere, verpuffen meine mir zur Verfügung stehenden Mittel nicht und ich kann nachhaltiger arbeiten. Ich sehe ja dann, wie sich alles entwickelt und kann kurzfristig an den Stellschrauben basteln, das macht man als Selbständiger sowieso mehrmals im Jahr.

Da ich für mein erstes Buch wenig Marketing betrieben habe und es sich trotzdem ganz gut verkauft hat, (hab mir Statistiken darüber angeschaut, was andere Autoren so verkaufen…) scheine ich ja irgendwas richtiges gemacht zu haben.

Zweifel:

Die Genre-Gattung Ratgeber ist einfacher zu vermarkten, als Bücher aus dem Bereich Belletristik. Was ich richtig gemacht habe: Ich hatte eine Zielgruppe und bin diese konsequent angegangen. Ich hatte also schon ein Portfolio, um einen gewissen Absatz zu gewährleisten. Wenn ich die erzielten Seminare und weiteren Aufträge durch das Buch einkalkuliere, hatte ich einen Umsatz im Rahmen eines höheren 5. stelligen Betrages erzielt. Ganz toll hat mich wirklich gefreut, aber das will ich ja mit meinem neuen Konzept so nicht mehr, ich meine ich hab nix dagegen, wenn es Aufträge abwirft, aber das wird nicht mein Hauptschwerpunkt innerhalb meiner Verlagsarbeit sein.

Was monetäre Aspekte angeht, bin ich durch meine Agentur verwöhnt. Ich habe nach der Gründung mit einer Entnahme von € 2000,- im Monat gerechnet. Dieses habe ich um ein vielfaches überschritten, also will ich das in meinem neuen Business auch.

Was mir Kraft gibt:

Damals als ich mich mit der Agentur selbständig gemacht habe, erst im Nebengewerbe und als ich den Break Even erreichte in voller Selbständigkeit, habe ich auch immer wieder Zweifel gehabt. Gerade die großen Personalagenturen haben mir im Unterbewusstsein Angst gemacht, da diese ja über eine ganz andere Infrastruktur verfügen, als ich selbst.

Aber:

Als ich die ersten Aufträge gegen zum Beispiel Kienbaum positiv für mich entscheiden konnte und diverse Chefärzte an renommierte Maximalversorger (Universitätskliniken) vermitteln konnte, die Gelder eingingen usw. hat sich meine Sichtweise verändert. Plötzlich habe ich das alles ganz anders wahrgenommen. Ich habe gesehen und erfahren, dass man viel bewegen kann, wenn man nicht bis zum Erbrechen darüber nachdenkt, sondern einfach ins Handeln kommt und macht…

In meinem Hauptbusiness bin ich nun schon finanziell im Jahr 2015 angekommen, das heißt alles was ich jetzt tue, setzt sich für mich rechnerisch im nächsten Jahr fort, der Druck ist aktuell nicht so stark vorhanden. Ich habe immer weiterhin so gelebt, als stünde mir jeden Monat nur die Summe X zur Verfügung, den Rest habe ich gespart. Das ist natürlich eine gute Grundvoraussetzung für eine neue Selbständigkeit. Hier möchte ich nun aber demonstrieren, dass es auch mit verhältnismäßig wenig Investition nach oben gehen kann, dass man davon gut leben kann.

Und hier kommen wir wieder zum eigentlichen Punkt zurück:

Wie will ich es denn jetzt letztendlich machen und bewerkstelligen? Werde „konkret“ hat einer meiner Mentoren (ehemalige Chefs) immer gesagt. Gut dann wollen wir mal konkret werden:

3 eigene Publikationen bis zum Jahresende – Druckreife im Dezember 2014. Distributionskanäle zum Anfang über die üblichen Konsorten.

Zusätzlich noch mindestens 2 weitere Publikationen durch Autoren, welche ich ins Verlagsprogramm aufnehme. Weitere Veröffentlichungen (mindestens 10) erfolgen dann im Jahr 2015, zu unterschiedlichen Zeiten.

Der Druck der Bücher erfolgt auf Abruf, aber eine bestimmte Anzahl werde ich natürlich auf Lager haben, um auf Bestellungen von Amazon usw. reagieren zu können. Die Lagerhaltung von Amazon kann ich nicht beeinflussen, aber wenn ein Titel sich verkauft, nehmen die ihn auch auf Lager, nicht nur bei mir so erfahren, sondern auch bei vielen anderen Autoren, das beobachte ich schon seit längerem täglich.
Gerade im Moment während ich schreibe, hat sich die zweite Lektorin gemeldet das heißt, der Verlag wird schon jetzt wahrgenommen

Übrigens bei der Gelegenheit: Meine Pressemeldung welche ich gestern über verschiedene Portale gestreut habe, über die Gateway, war bei mehreren Portalen, der erfolgreichste und meistgelesene Artikel des Tages, rein von der Reichweite gesehen.

Um die Nachricht nicht zu lang werden zu lassen, poste ich euch nachher mein 10-Schritte Programm, wie ich denn jetzt konkret vorgehe. Bis dahin einen schönen Tag

Tag 7 – die Zweite

So, wie gehe ich vor:

Dienstleister für die Erstellung der Bücher sowie Listung und Vertrieb ausgewählt. Habe am Donnerstag hierzu eine Online-Präsentation.

Vorteil:

Ich muss keine Rahmenverträge schließen, hab einen Dienstleister, der die einzelnen Buchprojekte für mich listbar macht und vertreibt. Dabei behalte ich natürlich meine jeweils für das Projekt angeschaffte ISBN und bin als Verlag sichtbar.

Nachteil:

Die Marge ist dadurch für mich pro verkauftem Buch geringer. Das ist mir anfänglich aber nicht so wichtig. Konkret verdiene ich pro verkauftem Ebook: € 1,42 vor Steuern. Davon muss der Autor honoriert werden, sowie die weiteren Dienstleistungskosten abgezogen werden. Mir bleiben also vor Steuern pro verkauftem Buch ca. 0,35 Cent. Ich spreche hier nur von Ebooks, weil ich damit starten werde. Die anderen Formen der Buchveröffentlichung, stehen mir zwar offen, aber ich konzentriere mich zur Kostenminimierung auf Ebooks zum Start.

Hier seht ihr schon, dass ich eine bestimmte Anzahl an Veröffentlichungen benötige, damit es sich überhaupt lohnt. Weitere Schritte kann ich erst in Angriff nehmen, wenn sich die Investitionskosten amotisiert haben.

Wir starten also mit Ebooks. Ok, schon wieder einen wichtigen Schritt weiter.

Die Hauptkosten für mich, liegen bei der Beauftragung von externen Dienstleistern für das Korrektorat (Ratgeber) und das Lektorat mit Korrektorat (Belletristik). Da kommt schon ein ordentliches Sümmchen pro Buch zusammen.

Es hängt alles von der Seitenanzahl der jeweiligen Bücher ab. Lektorat kostet natürlich mehr, Preis wird höher. Aber nicht bei den Ebooks, hier habe ich zwar auch höhere Kosten für das Lektorat, aber die Preisfindung ist leichter, weil die Marge ungleich höher ausfällt.

Ich fahre nochmal in die Stadt, wir haben hier einen Verlag ansässig und ich kenne den Inhaber ganz gut. Der soll mir helfen…

Melde mich dann später wieder. Ich lächle übrigens noch immer.

Tag 7 – die Dritte

Ich war jetzt in Marburg, um mir die Arbeit des Verlages näher anzuschauen. Der Inhaber hat mir sehr viele Informationen gegeben, welche ich erstmal verarbeiten muss. Wir sind diverse Kalkulationen von mir durchgegangen, er hat einiges korrigiert.

Es ist wichtig, immer Leute zu haben, welche man ansprechen kann, möglichst aus einer ähnlichen Branche, dies habe ich heute gelernt. Jetzt ist mein Kopf wirklich mal leer, muss alles erneut kalkulieren…

Aber seine Tipps sind echt hilfreich, damit ich mich nicht verkalkuliere.

Wusstet ihr, dass etablierte (große Verlage) bei 10 veröffentlichten Titeln mit 1 Bestseller, 7 Büchern welche kostendeckend verkauft werden und 2 Flops rechnen?

Ein dichtes Machtgeflecht und wenn du erfolgreich bist, wirst du aufgekauft Melanie… das waren unter anderem die Worte des Verlegers.

Tag 7 – die Vierte

Jetzt war ich doch etwas verzweifelt, nach allem was ich jetzt an zusätzlichem Wissen habe…

Genervt habe ich ein bisschen rumgegoogelt und…dann habe ich einen Verlag aus England gefunden, der ein ähnliches Konzept hat, wie ich.

Der Verlag ist ein Kleinverlag und seit einigen Jahren etabliert. Also jetzt gibt es nun wirklich kein Halten mehr. Ich setze konsequent fort. Und zwar genauso, wie geplant. Nur halt mit einigen Korrekturen. Die Bücher wird es auch direkt als Print geben, mir wurde ein Dienstleister empfohlen, welcher besser für meine Belange geeignet ist. Nicht weit von mir entfernt und eine viel effizientere Kostenplanung. Und trotzdem bekomme ich gleich alles was ich mir vorstelle, muss weniger Kompromisse eingehen.

Tag 7 – die Fünfte

Hab jetzt weitere Anfragen gestellt, für zusätzliche Dienstleistungen, welche ich benötige. Sobald ich hier Rückmeldung habe, werde ich nochmal intensiv sondieren müssen. Der Tag müsste echt mehr als 24 Stunden haben. Aber das Grundgerüst für den Start habe ich jetzt ganz klar vor Augen. Ich denke, innerhalb der nächsten 14 Tage verfüge ich über die notwendige Infrastruktur.

Die Sichtung der ersten Manuskripte nehme ich dann am Wochenende vor. Es sind bereits über 20 eingegangen. Außerdem habe ich heute noch Bewerbungen von 2 Korrektoren erhalten. Hier stehen in den nächsten Tagen Telefonate an. Ein Produzent für Video-Clips hat sich auch gemeldet und eine Agentur welche Hörbücher technisch umsetzen kann.

Hört sich alles prima an. Auch wenn meine Gedanken hier teilweise, da ungefiltert, auf den ein oder anderen vielleicht etwas zu euphorisch wirken, bin ich doch eine knallharte Geschäftsfrau ich überlege mir ziemlich genau, was ich will und zu welchem Zeitpunkt und mit wem. Also ganz kühlen Kopf bewahren und in Ruhe auswählen, das ist meine Einstellung.

Für heute war es das. Wir lesen uns gerne morgen wieder. Schönen Abend.

 

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